Der Compagnon Back im Test – Gutaussehender Könner!

Irgendwie scheint es vor allem bei Fotografen einen ausgeprägten Sinn für das Besitzen von vielen Taschen zu geben. Zumindest ist das gefühlt die Wahrheit oder vielleicht ist es auch nur bei mir und meinen direkten Umfeld so – wer weiß das schon genau. Eins steht fest: Es ist wichtig eine gute Tasche für sein Fotografie- (oder Video-) Equipment zu finden.
Grundlegend ist es natürlich so, dass jeder Ansprüche der unterschiedlichsten Art hat und für jeden eine andere Lösung die womöglich Beste sein kann. Ich möchte euch in diesem Beitrag den „Backpack“ von Compagnon vorstellen und meinen Eindruck weitergeben. Wie weiter oben im Text schon erwähnt ist es nahezu unmöglich ein allgemeingültiges „Allheilmittel“ für jeden Fotografen zu finden – deshalb werde ich hier auch nicht vergleichen, sondern nur beschreiben wie ich den Rucksack von Compagnon bisher erlebt und eingesetzt habe. Ich denke, das ist eine ganz gute Möglich das Produkt etwas näher kennen zulernen und sich evtl. selbst im Nutzungsverhalten oder einigen Präferenzen wiederzufinden.
Das soll es nun aber an anfänglichen Aufklärungs-Geschreibe gewesen sein – lasst uns mal gucken was wir mit dem Compagnon Backpack für eine „Tasche“ gekauft haben.
First Look – Optik, Material und alles was man zunächst sieht
Es ist kein Geheimnis, dass Compagnon sich dazu entschieden hat, dem Themengebiet „Kameraaufbewahrung“ eine ordentliche Ladung Style hinzuzugeben. Bereits mit den ersten Messenger-Varianten haben die beiden Jungs aus Birkenfeld in der nähe von Pforzheim die Foto- und Videoszene optisch aufgewertet und auch aufgemischt. Plötzlich waren immer mehr der ledernen Umhängetaschen zu sehen und viele Medienschaffenden entwickelten eine Art Liebe zu diesen Taschen – vorher war das – zugegeben – ein wenig schwierig so etwas wie einen „Haben-Wollen-Wunsch“ auszulösen, wenn es fast nur plastikartige, schwarze, ja… „Fototaschen“ gab. Das trifft es denke ich ganz gut. Bei den Produkten von Compagnon sieht man einfach nicht, dass es sich um eine Transportmöglichkeit für – oftmals sehr teure – Technik handelt.
CompagnonBackpackSo kommt auch der Backpack daher. Momentan noch in zwei Varianten („Dunkelgrün mit braunem Leder“ und „Dunkelblau mit schwarzem Leder“) erhältlich, ist dieser Rucksack eher an den momentan bzw. kommenden Trends orientiert. Die Rückenseite des Backpack (die Seite, die beim Tragen auf dem Rücken aufliegt) ist in einem edlen Leder und einer wirklich sehr ansehnlichen „Six-Pack-Optik“ gehalten und bietet einen angenehmen Tragekomfort. Im selben Leder sind auch die Tragegurte vorzufinden – sieht einfach gut aus. Der restliche Rucksack ist – bis auf ein paar kleine Applikationen und Verschlüsse aus Canvas (Je nach Modell in verschiedenen Farben).
Zu guter letzt fällt noch das Roll-Top am oberen Ende des Rucksacks auf. Hier spielt der Rucksack seine Flexibilität aus und lässt sich – wenn man spontan man etwas Größeres transportieren möchte – sehr hoch aufbauen und durch einen flexiblen Halteriemen sichern.
Inside the Backpack – was steckt drinnen? 
Im Inneren des Compagnon Backpacks sieht es beim ersten Aufmachen erst mal nach ordentlich Platz aus. Aber Moment – wie öffnet man den Rucksack überhaupt? Hier hat Compagnon das Rad sicherlich nicht neu erfunden, aber mitgedacht. Das Hauptfach des Rucksacks erreicht man nur über das Rückenteil (ihr erinnert euch vielleicht, schönes Leder, Six-Pack-Optik). Der komplette Rücken lässt sich nach dem Öffnen von zwei Reißverschlüssen aufklappen und man kommt geschickt an den kompletten Inhalt des Rucksacks. In der Praxis hat sich das als recht praktisch herausgestellt. Unbemerkt kann so niemand etwas aus dem Rucksack entwenden und wenn man ihn öffnet hat man direkten Zugriff auf die ganzen Fächer, die man sich – je nach Bedarf – frei einteilen kann. Mitgeliefert werden nämlich viele Klett-Trennwände, mit denen man wirklich einiges anstellen kann. Ich selbst nutze vielleicht ein Drittel der enthaltenen Trennwände und führe teilweise drei Kameras und Zubehör mit mir herum. Zusätzlich gibt es noch kleine Lederriemen mit starken Klettverschlüssen. Diese können dazu genutzt werden um (empfindliches?) Equipment nochmals zusätzliche zu sichern. Ich selbst habe diese Riemen anfänglich genutzt, weil sie eben mit dabei waren. Mittlerweile setze ich sie nicht mehr ein (evtl. sollte ich über eine Lederarmbandproduktion nachdenken, sind nämlich einige Riemen mit an Bord).
Das Schöne am Backpack von Compagnon ist für mich, dass es eine „Master-Trennwand“ gibt (ich erfinde hier laufend neue Worte). Du möchtest sicher wissen, was das jetzt wieder sein soll, oder? Berechtigte Frage – es ist in der Tat ein sehr nützlicher Bestandteil. Mit dieser Großen Trennwand (mit Klett) lässt sich der Rucksack nämlich innerlich unterteilen. So kann du einen Teil des Rucksacks nutzen um Kameraequipment zu lagern und darüber eine große Fläche für andere Dinge schaffen. Der zweite Raum ist dann separat auch über das praktische Roll-Top erreichbar und bietet (je nach Einteilung) Platz für jede Menge Dinge, die man öfter mal benötigt, wie bspw. eine Jacke oder etwas zu trinken.
Compagnon Backpack
Schauen wir uns doch nochmal den „Deckel“ bzw das Rückteil an. Auf der einen Seiten mit diesem schicken, gepolsterten Leder-Six-Pack bestückt, findet man auf der Innenseite eine Unmenge an Verstauungsmöglichkeiten. Hauptteil ist wohl ein Laptop-Fach, das Platz für einen 15“ Laptop hergibt. Auf diesem Fach befinden sich – mit einer wirklich grandiosen Klett-Technik angebracht – jede Menge kleine Täschchen und Steckplätze für bspw. SD-Karten. Da hat wirklich jemand mitgedacht.
Okay, Tobi. Wo sind die Haken? Kann der Rucksack auch irgendetwas nicht? 
Na gut, erwischt. Es gibt auch ein paar Dinge, die man verbessern kann. Ehrlich gesagt sind das aber Kleinigkeiten und für mich nicht gerade ein „Kauf-das-niemals-Argument“.
  1. Bei der Nutzung ist mir aufgefallen, dass die Tragegurte bei mir gerne mal ihre Größe erweitern. Das bedeutet: Ist der Rucksack schwer beladen, halten die „Stopper“ an den Riemen das Gewicht nicht sehr lange und die Trageriemen des Rucksacks stellen sich etwas größer. Das passiert nicht immer, ist mir aber schon ein paar Mal aufgefallen. Vielleicht belade ich den Rucksack auch einfach das ein oder andere mal mit einem zu hohen Gewicht 😃
  1. Was mir auch aufgefallen ist, was mich persönlich aber nicht mehr stört, ist ein Schnellzugriff. Einige Taschen und Rucksäcke bieten so etwas. Man hat dort die Möglichkeit über einen separaten Eingriff schnell und unkompliziert bspw. die Kamera zu ziehen. Ehrlich gesagt fällt mir nicht wirklich ein, wie man das hier lösen könnte und wie man trotzdem noch gewährleistet, dass hier Diebe wirklich kein leichtes Spiel haben.
  1. Der „Backpack“ von Compagnon kann außerdem nicht: günstig. Ich denke an diesem Zeitpunkt des Berichts ist es angebracht auch mal ein wenig über den Preis des guten Stücks zu schreiben. Mit grob 450€ ist dieser Rucksack absolut kein Schnäppchen und wird nur für die wenigstens ein Rucksack für Zwischendurch sein. Auch ich habe eine gefühlte Ewigkeit überlegt, ob ich mir diesen Rucksack wirklich zulegen möchte und habe viele Irrfahrten hinter mir und war ewig auf der Suche nach einer Lösung für bspw. das Radfahren – hier ist man mit einer Umhängetasche einfach total eingeschränkt und braucht irgendwann Tabletten für die Nerven. Schlussendlich ist es mir der Backpack wert und ich nutze ihn nicht mehr nur zum Radfahren.
Lasst uns mal etwas tiefer einsteigen und gucken was ich mit dem Rucksack schon erlebt habe
FotografieFahrradDie erste Radtour mit dem Backpack stand also endlich an und ich habe ordentlich beladen. Mit dem Rad ging es einige Kilometer durch den Wald und über Felder und Wiesen. Besonders im Sommer kann es da schon mal vorkommen, dass man an der Auflagefläche (Rücken) etwas schwitzt. Ich bin nicht so der Experte für Schwitzverhalten bei Rucksacknutzung, kann aber sagen, dass es nicht zu auffällig viel Schweissbildung an dieser Stelle kam. Durch das gepolsterte Rückenteil kommt da – gefühlt – auch irgendwie Luft dazwischen 😉 ! Wo wir gerade bei diesem Thema sind: Nach der ersten Tour sah das Rückteil tatsächlich ein wenig anders und ein wenig abgenutzt aus – ich denke allerdings, dass sowas bei Leder normal ist. Seither hat es sich auch nicht mehr verändert. Gerade für das Radfahren wollte ich einen Rucksack, in den ich viel Equipment packen kann, aber auch genug Alltagsgegenstände mitführen kann – das habe ich hier eindeutig gefunden.
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Bei der nächsten Radtour (eigentlich lagen da einige dazwischen – ich vermeide es jetzt aber von jeder einzelnen Tour zu erzählen) hab ich dann eine andere Seite des Backpacks kennen lernen dürfen. Ich war wieder mal unterwegs und hatte – wie immer – im Vorfeld den Wetterbericht begutachtet – „Kein Regen“. Seit diesem Tag vertraue ich übrigens keinem Wetterbericht mehr. Ich war also fröhlich unterwegs (im schönsten Wetter) und dann passierte es: Ein Wolkenbruch direkt über mir, die Bäume haben ihre schützende Funktion aufgegeben und
das Wasser bretterte nur so auf mich ein. Ich denke genau im richtigen Zeitpunkt kam mir der Gedanke an den Rucksack und meine Kamera darin. Ich dachte mir, jetzt kann er mal zeigen, wie wasserabweisend er tatsächlich ist. Also: Smartphone und Smartwatch schnell in den Rucksack gepackt und den Hoffnungsmodus aktiviert. Ich bin mit dem Rucksack dann noch ca. 2km bei strömendem Regen durch den Wald gefahren, bis ich eine Hütte zum unterstellen gefunden habe. Mein Nässe-Grad war mit einem vollbekleideten Sprung in einen See zu vergleichen, auch deshalb war icRegenh nicht sehr zuversichtlich als ich den Reisverschluss des Backpacks öffnete und hineinfasste – trocken!! Ich war selten so froh über einen Rucksack, wie in diesem Moment. Mit dieser Erfahrung hat sich der Compagnon Backpack ganz weit nach oben in meiner Beliebtheitsskala katapultiert. Übrigens: Möchte man diese Eigenschaft des Rucksacks beibehalten sollte man ihn regelmäsig einwachsen!
Mein Fazit: Der Compagnon Backpack ist ein gutaussehnder Könner! Wenn man gerade auf der Suche nach einer passenden Kameratasche bzw. einem passenden Kamerarucksack ist, finde ich es wichtig, dass man sich klar darüber wird, welche Ansprüche man an das Produkt stellt. Gerade bei einem Preis von 449€ sollte man wissen, was man da kauft. Für mich und meine „Such-Situation“ war der Backpack die passende Lösung. Mit einem Mix aus professionellem Kamerarucksack, einer guten Ladung Alltagstauglichkeit (Untertrennung des Innenraums + Optik) stellt der Compagnon Backpack für mich die optimale Variante eines Kamerarucksacks dar.

Da beim Compagnon Backpack die Optik auch eine große Rolle spielt haben wir nochmal eine kleine Tour durch den Backpack in Videoform festgehalten – diese findet ihr hier:

 

1 Antwort

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  1. […] wir können nicht nur tolle Lederrucksäcke von compagnon testen, sondern auch kleine, bequeme Kamerataschen der Firma […]

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