Durchleuchtet: Die Milchstraße in Neuseeland

Astrofotografie ist wundervoll. Sie kann Dinge zeigen, die wir mit bloßem Auge überhaupt nicht sehen. Million von Sternen und sogar die Nebel in unserer Milchstraße. 

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Voraussetzungen für die Astrofotografie

Allerdings müssen für das Fotografieren des Firmaments bei Nacht ein paar Voraussetzungen gegeben sein. Ein wolkenloser Himmel ist schon mal ziemlich offensichtlich. Zudem darf sich in der näheren Umgebung keine zu starke Lichtverschmutzung befinden. “Lichtverschmutzung” klingt erstmal sehr negativ bedeutet aber nur, dass durch Straßenlampen und sonstige künstliche Lichtquellen, die man in Städten und Dörfern findet die Umgebung so stark erhellt ist, dass die Sterne am Himmel nicht mehr genug herausstechen können. Im speziellen Fall meines Bildes war ich an einem einsamen Campingplatz in Neuseeland, direkt neben einem Strand. Die Nächste Straßenlaterne war etwa 20 km weit entfernt und die einzige Lichtquelle zum Zeitpunkt des Fotos kam von einem Zelt, in dem noch eine Campinglampe leuchtete. Das Sternendach war mit bloßem Auge schon beeindruckend genug und war weit von allem entfernt, was ich jemals Nachts in Deutschland sehen konnte.

Die Fotografie-Technik

Meine Ausrüstung für dieses Foto bestand aus einer Sony Alpha 7rII, einem ZEISS Batis 25mm 2.0 und einem Stativ. Ich belichtete 30 Sekunden bei einer Blende von F/4.0 und ISO 2.000. Meine ersten Versuche zeigten lediglich den Sternenhimmel vor einer Neuseeländischen Berglandschaft.

Das war mir noch etwas zu langweilig und ich wollte dem ganzen etwas hinzufügen. In meiner Campingausrüstung befand sich auch eine ungefähr faustgroße Campinglampe, die ich Nachts als Beleuchtung im Auto oder im Zelt verwendete. Mit dieser Lampe in der Hand habe ich mich während der 30-Sekunden-Belichtung in das Bild gestellt, die Lampe angeschalten und nach ca. fünf Sekunden wieder ausgeschalten. Es stellte sich heraus, dass fünf Sekunden bereits viel zu lange waren, weil ich nur als weißer Fleck im Bild zu erkennen war. Nach ein paar weiteren Versuchen empfand ich eine Zeit von lediglich einer Sekunde als perfekt. Nur eine Sekunde still zu stehen war auch wesentlich einfacher.

Ein weiteres Problem war meine Position. Anfangs stellte ich mich so auf, dass bei der Langzeitbelichtung die Sterne durch mich hindurch schienen und ich irgendwie geisterhaft aussah. Was ich als interessant Effekt empfand wollte ich aber in meinem endgültigen Bild vermeiden. Ich musste mich also so platzieren, das hinter mir nur dunkle Berge waren und kein Doppelbelichtungs-Effekt entstand. Nach ein paar Versuchen ist mir das auch gelungen und ich hatte mein fertiges RAW. 

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Die Bildbearbeitung

Ein bisschen was musste in der Post-Produktion noch getan werden. Der Sternenhimmel war zwar zu sehen aber noch nicht so eindrucksvoll wie ich es wollte. Unter anderem habe ich den Kontrast erhöht, zog die Belichtung ein gutes Stück nach oben und dann auf dem Himmel per Verlaufsfilter sogar noch etwas mehr. Der Dynamikumfang der Sony Alpha 7rII hatte mich hier wirklich beeindruckt und ich konnte noch wahnsinnig viel aus dem RAW heraus holen. Durch einen weiteren Verlaufsfilter änderte ich zusätzlich noch den Weißagleich des Himmels, damit er blauer wirkte, was ich als sehr passend empfand.

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Durch die ISO 2.000 und den starken Belichtungs-Boost war jetzt ein sehr dominantes Rauschen im Bild zu sehen. Ich begann, den Entrauschen-Regler in Lightroom nach oben zu ziehen und stelle bald fest dass man damit bei der Astrofotografie sehr vorsichtig sein muss. Ab einem bestimmten Wert entrauscht Lightroom so grob, dass auch Sterne als Rauschen erkannt werden und aus dem Bild verschwinden. Bei einem Wert von 15 empfand ich das Rauschen als annehmbar und es blieben trotzdem noch alle Sterne sichtbar. 

Es war ein kleines Abenteuer und mein erster Versuch in der Astrofotografie aber ich war beeindruckt davon, wie viel man mit etwas Geduld und den richtigen Voraussetzungen auf ein Bild bannen kann. Sogar Dinge, die dem bloßen Auge sonst verborgen bleiben.

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